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Blog der „g-Weg Agentur“ aus Bonn
Interessante Neuigkeiten von den größten Internet-Suchmaschinen: Google, Bing, Yahoo & CoTrends und News aus dem gesamten Internet.
 

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Löschen und Hinweis verlinken reicht nicht

Wird der eigene Name oder der Name der Firma in der Google-Suchmaschine in Verknüpfung mit einem Begriff, der nachteilige Assoziationen hervorruft, verwendet, kann das unangenehme Folgen haben. Die Suchmaschine wird von einer großen Anzahl von Nutzern aufgerufen. Negative Einträge bleiben im Hinterkopf des Lesers, auch wenn er sich gerade weder mit der angesprochenen Person noch mit bestimmten Ereignissen beschäftigt hat. Die Neugier manches Lesers wird geradezu angeregt, wenn sich unter den Einträgen ein Vermerk befindet, dass Google einen Eintrag aus „rechtlichen Gründen“ löschen musste. Wird gleichzeitig eine Möglichkeit angeboten, diesen gelöschten Eintrag doch noch zu sehen, werden viele User davon Gebrauch machen.

Suchmaschinenbetreiber bleibt mittelbarer Störer

Das Oberlandesgericht München hat am 07.06.2017 durch einen Beschluss zum Aktenzeichen 18 W 826/17 einem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen Google stattgegeben. Der Name der Antragstellerin war gemeinsam mit dem Schlagwort „Betrug“ in der Suchmaschine aufgetaucht. Nachdem die Betroffene nachweisen konnte, dass die Behauptung, gegen sie oder ihre Firma sei ein Ermittlungsverfahren wegen „Betrug“ eingeleitet worden, falsch war, wurde Google als Suchmaschinenbetreiber zur Löschung des Eintrags verurteilt. Anstelle des gelöschten Eintrags erschien nun jedoch der Hinweis auf die Löschungsverpflichtung und ein Link zur Internetseite der LumenDatabase, auf der Löschungsanträge gesammelt werden. Aufgrund dieses Verhaltens blieb Google trotz der ordnungsgemäßen Löschung des Suchmaschineneintrags weiterhin ein mittelbarer Störer des Persönlichkeitsrechts. Der beanstandete Inhalt konnte weiterhin über die Suchmaschine aufgefunden werden. Es reichte zwar nicht mehr aus, die allgemeine Suchfunktion zu betätigen, aber der Hinweis auf die LumenDatabase-Seite blieb bestehen. Viele durchschnittlich erfahrene Internetnutzer wären alleine nicht auf die Idee gekommen, diese Seite, die Löschungsanträge sammelt, aufzurufen. Suchmaschinenbetreiber sind deshalb verpflichtet, solche Hinweise auf nicht rechtmäßige, gelöschte Inhalte zu unterlassen.

Fünf Konsortien erarbeiten Konzept für Deutsches Internet-Institut

Auf in die nächste Runde
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Im vorliegenden Fall ist das Ereignis die geplante Gründung eines Deutschen Internet-Institutes und die vorauseilenden Schatten, um in der Metapher zu bleiben, bestehen in der Auswahl von fünf Konsortien. Diese Forschungs-Zusammenschlüsse wiederum sind nun beauftragt, jeweils ein Konzept für das zukünftige Deutsche Internet-Institut zu entwickeln. Die fünf Konsortien wurden durch eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eingesetzte Expertenrunde aus einer Vielzahl von Anträgen ausgewählt. Weiterlesen

Amazon Dash-Button – per Knopf zum Kauf

 In den USA bietet Amazon seit dem Frühjahr des letzten Jahres Dash-Buttons an. Nun kann auch der deutsche Konsument per Knopfdruck einkaufen gehen.
Dash-Buttons ähneln einem USB-Stick. Pro Stück kosten sie knapp unter 5 Euro. Die aufgedruckte Produktbezeichnung dient nicht der Verzierung, sondern ist im Grunde der wichtigste Punkt an diesen technischen Lebens- und Einkaufshilfen. Jeder Dash-Button dient nämlich der Bestellung genau jenes Produktes, dessen Signet er trägt – sei es Waschpulver, Tierfutter oder Rasierklingen.
Die Idee ist einleuchtend.

Der Besitzer eines solchen Konsum-Knopfes befestigt ihn beispielsweise an seiner Waschmaschine und kann, sobald sich Waschmittelknappheit abzeichnet, durch einen simplen Knopfdruck den Nachschub bestellen.
Die Bestellbestätigung erhält der Kunde auf seinem Smartphone, denn der Dash-Button selbst hat kein Display.

Preisvergleich? Fehlanzeige!

Der kluge Kopf vergleicht Preise – der schnelle Knopf diktiert sie.
So zumindest die inzwischen laut gewordene Kritik an diesem System. Denn wie viel der Kunde bezahlt, erkennt er erst in dem Moment, in dem er die Benachrichtigung auf seinem Smartphone genau studiert. Tatsächlich kam es, so die Kundenklagen, in den USA wiederholt zu unerwarteten Preissprüngen zwischen zwei Bestellungen.

Man kann davon ausgehen, dass die meisten Kunden in solchen Fällen nach einem günstigeren Angebot Ausschau gehalten oder über einen Wechsel zu einem anderen Produkt nachgedacht hätten.
Hiermit kommt der zweite Kritikpunkt in das Blickfeld. Mit dem Kauf des entsprechenden Dash-Buttons legt sich der Kunde auf ein Produkt fest. Produktwechsel bedeutet, einen anderen Dash-Button zu kaufen. Wobei das Angebot an Buttons keineswegs die gesamte Produktvielfalt abbildet, sondern die Kaufentscheidung schon im Vorfeld auf bestimmte Produkte fokussiert. Angebotsvielfalt und die marktwirtschaftliche Konkurrenz um den Kunden werden auf diese Weise zugunsten der Marktmacht des Anbieters Amazon und seiner Vertragspartner zurückgedrängt.

Cash mit Daten durch Dash

Beobachter der Entwicklung gehen davon aus, dass Amazon weniger am Umsatz als an den damit zusammenhängenden Daten interessiert ist. Man kann es Kundennähe nennen, die weniger wohlgesonnene Bezeichnung wäre „der gläserne Kunde“.
In der Gesamtrechnung steht also Bequemlichkeit gegen die Möglichkeit zum Preisvergleich und gegen die Wahl alternativer Waren. Nicht zu vergessen die Frage: Will man den Datenhunger eines Online-Giganten befriedigen?