Landgericht Düsseldorf gefällt Datenschutz

Eine leichte Bewegung mit dem Finger auf der linken Maustaste und der Like-Button wird aktiviert. So geschieht es täglich unzählige Male auf der Welt. Ein nettes Video, ein hübsches paar Schuhe oder ein Kommentar eines anderen, der nicht gefällt… Das Symbol mit dem Daumen hoch oder runter ist ein fester Bestandteil des Internets. Doch welcher Nutzer macht sich nach einem scheinbar harmlosen kleinen Klick Gedanken darüber, was wirklich hinter seiner Bewertung steckt?

Was nämlich kaum einer weiß ist, dass man durch die Aktivierung des Gefällt-mir-Knopfes, wesentlich mehr von sich preis gibt, als nur seinen Gefallen kund zu tun. Das Problem besteht darin, dass über den Like-Button nicht nur Daten der eigenen Nutzer in die Hände von Facebook gelangen, sondern auch die von den Nutzern anderer Internetseiten, die einen solchen Like-Button bei sich integrieren. Übersetzt bedeutet das, dass es völlig gleichgültig ist, ob man als Surfer nun eine Facebook Profil besitzt oder nicht. Die Daten werden aufgesaugt wie ein Schwamm.

„Gefällt“ Urteil für die Nutzer

Gegen diese Art des Datenmissbrauchs haben sich die Verbraucherschützer nun erfolgreich zur Wehr gesetzt. Das Landgericht Düsseldorf hat nun zu diesem komplexen Thema eine Entscheidung getroffen. Zukünftig haben Unternehmen unmissverständlich darüber aufzuklären, dass alle auf diesem Weg erlangten Daten, an das Netzwerk von Facebook fließen. Bisher besteht keinerlei Transparenz über den weiteren Gebrauch der gesammelten Informationen. Das Unglaubliche hierbei ist nämlich, dass nicht nur das Surfverhalten des einzelnen Kunden aufgefangen wird, sondern auch die IP-Adresse des Nutzers weiter geleitet wird.

 

Schluss mit lustig beim Datenklau

An dieser Stelle scheiden sich die Geister aller Beteiligten.
Aus juristischer Sicht, darf die Verwendung einer solchen IP-Adresse nur aus zweierlei Gründen stattfinden. Entweder mit der ausdrücklichen Einwilligung des Surfers oder durch das Vorliegen eines besonderen Grundes auf Seiten des Unternehmens. Per Definition liegt ein besonderer Grund allerdings nur dann vor, wenn der Webseitenbetreiber ohne diese Informationen, nicht weiter handlungsfähig wäre. Als Unternehmer hat man das Recht, seine Seite nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Insofern wäre der Like-Button ein erforderlicher Bestandteil der Seite. Datenschützer halten jedoch dagegen und erklären, dass eine Seiten auch ohne diese Funktion betrieben werden kann.

Durch die aktuelle Rechtsprechung werden die Unternehmen nun dazu gezwungen, den Nutzer auf die entsprechenden Folgen seinen Klicks, hinzuweisen. Eine solche Hinweispflicht muss außerdem klar erkennbar sein und darf nicht im Niemandsland des Kleingedruckten untergehen.
Darauf ein Like!

Quelle