Amazon Dash-Button – per Knopf zum Kauf

 In den USA bietet Amazon seit dem Frühjahr des letzten Jahres Dash-Buttons an. Nun kann auch der deutsche Konsument per Knopfdruck einkaufen gehen.
Dash-Buttons ähneln einem USB-Stick. Pro Stück kosten sie knapp unter 5 Euro. Die aufgedruckte Produktbezeichnung dient nicht der Verzierung, sondern ist im Grunde der wichtigste Punkt an diesen technischen Lebens- und Einkaufshilfen. Jeder Dash-Button dient nämlich der Bestellung genau jenes Produktes, dessen Signet er trägt – sei es Waschpulver, Tierfutter oder Rasierklingen.
Die Idee ist einleuchtend.

Der Besitzer eines solchen Konsum-Knopfes befestigt ihn beispielsweise an seiner Waschmaschine und kann, sobald sich Waschmittelknappheit abzeichnet, durch einen simplen Knopfdruck den Nachschub bestellen.
Die Bestellbestätigung erhält der Kunde auf seinem Smartphone, denn der Dash-Button selbst hat kein Display.

Preisvergleich? Fehlanzeige!

Der kluge Kopf vergleicht Preise – der schnelle Knopf diktiert sie.
So zumindest die inzwischen laut gewordene Kritik an diesem System. Denn wie viel der Kunde bezahlt, erkennt er erst in dem Moment, in dem er die Benachrichtigung auf seinem Smartphone genau studiert. Tatsächlich kam es, so die Kundenklagen, in den USA wiederholt zu unerwarteten Preissprüngen zwischen zwei Bestellungen.

Man kann davon ausgehen, dass die meisten Kunden in solchen Fällen nach einem günstigeren Angebot Ausschau gehalten oder über einen Wechsel zu einem anderen Produkt nachgedacht hätten.
Hiermit kommt der zweite Kritikpunkt in das Blickfeld. Mit dem Kauf des entsprechenden Dash-Buttons legt sich der Kunde auf ein Produkt fest. Produktwechsel bedeutet, einen anderen Dash-Button zu kaufen. Wobei das Angebot an Buttons keineswegs die gesamte Produktvielfalt abbildet, sondern die Kaufentscheidung schon im Vorfeld auf bestimmte Produkte fokussiert. Angebotsvielfalt und die marktwirtschaftliche Konkurrenz um den Kunden werden auf diese Weise zugunsten der Marktmacht des Anbieters Amazon und seiner Vertragspartner zurückgedrängt.

Cash mit Daten durch Dash

Beobachter der Entwicklung gehen davon aus, dass Amazon weniger am Umsatz als an den damit zusammenhängenden Daten interessiert ist. Man kann es Kundennähe nennen, die weniger wohlgesonnene Bezeichnung wäre „der gläserne Kunde“.
In der Gesamtrechnung steht also Bequemlichkeit gegen die Möglichkeit zum Preisvergleich und gegen die Wahl alternativer Waren. Nicht zu vergessen die Frage: Will man den Datenhunger eines Online-Giganten befriedigen?