Bitte einsteigen! – Google sorgt für Infotainment 

Die Zeiten, in denen ein Automobil dazu diente, von A nach B zu fahren sind passe. Überhaupt, wer fährt heute noch, meistens steht man im Stau. Und wer das richtige Auto hat, braucht sich bis 50 Stundenkilometern auch um nichts mehr zu kümmern, Schleichfahrt in der Schlange wuppt der Zuffenhausener Flitzer inzwischen ganz allein.
Aber was macht der Ex-Fahrer und Neu-Insasse? Richtig, er freut sich darüber, dass moderne Autos nicht mehr bloß rollende Hifi-Anlagen sind, mit deren donnernden Bässen man ganze Stadtviertel aus dem Schlaf reißen kann, sondern dass es inzwischen die Welt des Infotainments gibt. 

Und nun die Neuigkeit. Googles Android macht weiterhin Karriere und steigt bei den Fahrzeugen der Nissan-Renault-Mitsubishi-Allianz ein. Die drei Hersteller brachten im vergangenen Jahr mehr als 10 Millionen Fahrzeuge an den Fahrer. Gesteuert durch einen Sprachassistenten wird der Kunde demnächst Zugriff auf Maps, Play Store und Musik haben. Ziel der japanisch-französischen Auto-Entente ist es, dem Kunden dasselbe Infotainment-Erlebnis auf vier Rädern wie an seinem Handy zu bieten.

Onkel Dagobert lässt grüßen 
Die Nachricht sorgt für einen weiteren Kurs-Turbo der Alphabet-Aktie. Die Börsianer seufzen unter Kursphantasien der langfristigen Art, kurzum Alphabet Aktien sind sexy und werden dies auch bleiben.
Was Wunder, denn wieder einmal hat sich Google eine Lizenz zum Gelddrucken gesichert. Infotainment schlägt bei der Kundenentscheidung jeden V8. Für das Jahr 2016 wird die Zahl von 15 Milliarden Dollar als globaler Marktanteil der Infotainment-Systeme genannt. Tendenz steil steigend.

Für Google ergeben sich einige positive Nebeneffekte. Die Autonutzer werden auch mehr und länger die Dienste und Apps von Android verwenden. Die Gewöhnung wird dazu führen, dass auch außerhalb der rollenden vier Wände auf diese Apps zugegriffen wird, die Zahlen der Downloads sich also ebenso nach oben entwickeln wie der Aktienkurs. Und während darauf spekuliert wird, dass auch der Play Store profitieren dürfte, wird in einem Nebensatz auf die Datenmengen verwiesen, die die automobilisierten Apps generieren. Was ungefähr das ist, was einst die Ölquelle im Garten war.

Übrigens rauschten die Anteilsscheine von Konkurrent TomTom nach Bekanntgabe des Google-Deals um 24 Prozent abwärts.

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