Google News.

Die neue Übersichtlichkeit – Google buchstabiert man Alphabet

Google News.Ein Scherzlein hat er sich erlaubt, der Google-Mitgründer Larry Page. Aber natürlich liefert ein Silicon Valley-Milliardär nicht die Sorte von Oberschenkel-Klopfer-Witzen, sondern es durfte schon etwas subtiler sein und war auch nur für Insider erkennbar.
Im Quelltext der Ankündigung, dass Google Inc. in Zukunft eine Tochterfirma von Alphabet sein wird, findet sich ein Link zur Homepage von Hooli. So weit so unwitzig.

Allerdings ist die Hooli-Homepage ein Fake, denn die Firma existiert nur in der HBO-Comedyserie „Silicon Valley“.
Auf dem TV-Bildschirm tun sich die Hooli-Visionäre vor allem durch die Ausarbeitung wahnwitzigster Ideen wie Weltraumaufzügen oder selbstfliegenden Autos hervor. Dabei bleibt es dann allerdings und das einzige Ergebnis der intensiven Forschungsarbeit ist eine Kartoffelkanone.
Und was will uns Larry Page damit sagen? Es war wohl die feine Art, den Kritikern die Zunge herauszustrecken. So etwa wie: Wir wissen ganz genau, was ihr von uns denkt, aber es ist uns schnuppe und wir bleiben bei unseren Visionen.
Kein Wunder, denn Larry Page und sein Partner Sergey Brin sind junge Männer mit Visionen, sonst hätten sie Google nicht zu dem machen können, was es heute ist.

Die Vision vom Konglomerat
Nun also Alphabet als Konzerndach, und auch wenn der Name ein wenig Anlass zu aufgeregtem Wortgeklingel wurde, gemäß dem Alphabet für Sprache stehe, hat der Umbau sehr rationale Gründe, über die sich Aktionäre freuen werden. In den letzten Jahren wucherte der Konzern mehr und mehr zu einem Geflecht von großer Unübersichtlichkeit. Die Anleger in den Wall Street-Büros begannen schon etwas nervös auf ihren Bürostühlen zu rutschen. Die Frage war: Wer finanziert was womit, wer trägt die Verantwortung wofür, wie vertragen sich das ganz traditionelle Geschäft mit den immer wieder in den Medien forcierten neuen Ideen und teuren Forschungsprojekten? Darauf soll die neue Struktur Antworten geben.

Alphabet – Buchstabensuppe a la Warren Buffett
Dass Larry Page ein Verehrer von Warren Buffett ist, hat er immer deutlich gemacht. Die Investorenlegende Buffett leitet mit Berkshire Hathaway ein gigantisches Firmenkonglomerat – und stellt ganz trocken fest: Konglomerate haben einen miesen Ruf, den verdienen sie, aber um einen guten Dollar zu machen, sind sie die beste Wahl.
Daher also nun die Mega-Holding Alphabet, der Page und Brin vorstehen werden.

Zu den wichtigsten Firmen, die nunmehr eigenständig geführt werden, gehören neben Google – natürlich das Zugpferd, dessen Zügel der Inder Sundar Pichai aufnehmen wird – die Gesundheitsfirma Calico, Google Fiber, das Internetzugänge anbietet, der Thermostat- und Rauchmelderhersteller Nest, Google Venture, das sich der Finanzierung von Start-ups widmet und die Ideenschmiede Google X.
Google umfasst weiterhin die Suchmaschine, Android, YouTube und das Werbegeschäft. In Google X als der Ideenküche kocht mit Sergey Brin der Chef selbst.