Frankreich erinnert Google an das Vergessen

Google gehört seit längerem zu den Lieblingsfeinden europäischer Datenschutzbehörden. Die Datenschutzbehörde der ´Grande Nation` ist da selbstverständlich keine Ausnahme. Nun hat die CNIL einmal mehr ausgeholt, um dem US-Riesen einen Tritt vors Schienbein zu verpassen. Sage und schreibe 100.000 Euro Geldstrafe brummte die Behörde dem US-Giganten auf – was Google wohl kaum ins Straucheln bringen dürfte.
Um was ging es?

Um das ´Recht auf Vergessenwerden` oder, weniger poetisch ausgedrückt, darum, dass Google auf Einspruch betroffener Nutzer Links zu entsprechenden Inhalten blockieren muss. Hier steht das Persönlichkeitsrecht des einzelnen Nutzers vor dem Informationsrecht der Nutzer-Allgemeinheit. Virulent wurde das Problem meist dann, wenn einmal mehr ein Filmchen mit Stöhnarien und Erotikgymnastik irgendwelcher Jungstars durch das Netz geisterte.

Google kam den Kritikern entgegen, allerdings eher nach der Häppchenstrategie. Zuerst wurden auf Antrag beanstandete Verweise nur auf europäischen Versionen der Suchmaschine gelöscht. Dann wurde der Schutz erweitert. Wenn also beispielsweise Herr Müller aus Deutschland eine Forderung auf Löschung von Suchergebnissen stellt, dann kann man sie von der Bundesrepublik aus, selbst unter Nutzung der US-Version, nicht sehen. Im Rest der Welt schon.
Und genau das ist der Punkt. Die CNIL führt an, dass unter Ausnutzung technischer Möglichkeiten wie Proxy-Server die Google-Sperre umgangen werden kann. Google antwortet darauf mit dem Argument, dass die CNIL nicht darüber zu bestimmen habe, welche Inhalte Menschen außerhalb Frankreichs sehen dürfen.
Google ficht also die Entscheidung an. Und nicht vergessen – die Fortsetzung folgt mit Sicherheit.