Fünf Konsortien erarbeiten Konzept für Deutsches Internet-Institut

Auf in die nächste Runde
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Im vorliegenden Fall ist das Ereignis die geplante Gründung eines Deutschen Internet-Institutes und die vorauseilenden Schatten, um in der Metapher zu bleiben, bestehen in der Auswahl von fünf Konsortien. Diese Forschungs-Zusammenschlüsse wiederum sind nun beauftragt, jeweils ein Konzept für das zukünftige Deutsche Internet-Institut zu entwickeln. Die fünf Konsortien wurden durch eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eingesetzte Expertenrunde aus einer Vielzahl von Anträgen ausgewählt.
And the Winner is …
Verschwörungstheoretiker werden schon bemerkt haben, dass der Buchstabe B bei den ausgewählten Institutionen eindeutig überrepräsentiert ist. Handelt es sich doch um die Bayerische Akademie der Wissenschaften, das Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung und Bochum mit der Ruhr-Uni. Hannovers Gottfried Wilhelm Leibnitz-Universität und das Karlsruher Institut für Technologie komplettieren die Fünferrunde.
Zum Schwur kommt es dann im Frühjahr 2017, wenn die vorgelegten Konzepte bewertet und eines zur Grundlage für den Aufbau des Institutes gemacht werden soll. Die Bundesforschungsministerin Johanna Wanka lobte das Verfahren. In der Pressemitteilung ihres Ministeriums lässt sie sich zitieren, dass der Wettbewerb der besten Ideen ein guter Weg sei „für die Entwicklung eines erfolgreichen und weithin sichtbaren Instituts.“
Zur Erhöhung der Sichtbarkeit bzw. für den Aufbau der Institution sind in den nächsten fünf Jahren „bis zu“ 50 Millionen Euro vorgesehen.Das Deutsche Internet-Institut
50 Millionen in fünf Jahren macht laut Rechenbrett ein Maximum an 10 Millionen pro Jahr. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Ausstattung in Höhe eines mittelmäßigen Banker-Bonus ausreicht, um die Forschungsarbeit in Fahrt zu bringen. Denn die Initiatoren haben mit dem Deutschen Internet-Institut einiges vor, und schon der oberflächliche Kontakt mit dem Pflichtenheft macht deutlich, dass Bedarf besteht. Um ehrlich zu sein, besteht der Bedarf schon seit einem Jahrzehnt, aber bevor die Bewohner der Berliner Blase in die Puschen kommen, wurde schon die Gesamtkultur der Menschheit mehrmals digital durch das Netz transportiert.
Nun also das Erwachen. Das Deutsche Internet-Institut soll der interdisziplinären Erforschung der Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Gesellschaft dienen. Dabei sollen alle gesellschaftlichen, ökonomischen, politischen und juristischen Aspekte betrachtet werden, Nachwuchs gefördert und die Untersuchungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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