Google will Blut sehen

Fitness-Apps sind weit verbreitet und auf den urbanen Joggingstrecken wird am Handgelenk mehr Rechenleistung zwecks Leistungsoptimierung über den Asphalt bewegt, als sämtliche Armeen des 2. Weltkrieges zur Verfügung hatten.
Dass dabei nicht nur Eitelkeit eine Rolle spielt, sondern die Hipster-Spielzeuge einen echten Wert haben, sollte man darüber aber nicht vergessen.

Googles X Lab meldete nun ein Patent an, mit dem das Einsatzgebiet der Armbandgeräte noch erweitert werden kann. Die Forscher des US-Konzerns entwickelten ein System zur Blutabnahme, dessen Größe bzw. wohl eher Kleinheit den Einbau in die Armbandgeräte erlaubt. Wenig überraschend geht der erste Gedanke dahin, Diabetikern auf diese Weise eine regelmäßige Kontrolle des Blutzuckerspiegels zu erleichtern. Man kann davon ausgehen, dass es weitere Einsatzbereiche geben wird, denn für viele Sportler wäre die Live-Schaltung zum Lebenssaft von Vorteil.
Hängt nicht an der Nadel, braucht trotzdem einen Schuss

Während bisherige Geräte auf Nadeln, wenn auch winzige, oder andere Gegenstände setzen, mit denen die Haut durchbohrt wird, geht das Google-Patent einen anderen Weg. Die Tatsache, dass man durch die Haut muss, um an das Blut zu kommen, kann allerdings auch vom X Lab nicht ignoriert werden.
Anders ist allerdings die Vorgehensweise. Der Google-Blutsauger basiert auf einer minimierten Schussvorrichtung.
Mittels eines Gas-Impulses wird ein Mikropartikel durch die Haut geschossen. Laut Google können Edelmetalle, aber auch Wasser, Basis dieses „Geschosses“ sein. Je nach erforderlicher Blutmenge variiert die Größe des Hautkanals zwischen 10 und 250 Mikrometern.

Ein Unterdruckbehälter saugt dann Blut aus dem Kanal und führt es der weiteren Untersuchung zu.
Die strategische Ausrichtung von Google scheint klar. Zuerst die Fitness-Tracker und dann, durchaus logisch, der nächste Schritt in den medizinischen Bereich.

Es steht dem Betrachter frei, über die Erleichterung und den Fortschritt zu jubeln. Oder sich zu grausen, weil Googles Datenhunger ihm unter die Haut geht.