Kein Abbruch unter dieser Nummer

Seit Hänsel und Gretel wissen wir, dass Orientierung das Leben rettet, zumindest erleichtert oder allerzumindest die Nerven schont. Darum lieben wir unser Navigationsgerät im Auto, auch wenn wir wissen, dass manche Nutzer schon einmal über nicht vorhandene Brücken geschickt wurden, was ebenso zu Problemen zu führen pflegt wie die Ausflüge von 40-Tonnern über vermatschte Feldwege.
Ein weiteres Beispiel akuter Orientierungslosigkeit wird aus Texas gemeldet. Hier waren es nicht Hänsel und Gretel, die am Pfefferkuchenhaus knabberten, sondern kernige Jungs mit ihrer Abrissbirne.

Schuld war eigentlich nur die blöde Natur mit ihrer nervigen Lust an der Zerstörung. Dies führte zur Weihnachtszeit vergangenen Jahres zu einigen Tornados, die sich denn auch redlich bemühten, ihrem Ruf gerecht zu werden und ziemlichen Flurschaden anrichteten. So auch im US-Bundesstaat Texas und im dort gelegenen Ort Rowlett.
Nachdem sich der Wind gelegt hatte, standen so manche Hausbesitzer vor der Frage, Totalabriss oder Reparatur. Im konkreten Fall hatten sich die Hausbesitzer für eine Reparatur entschieden und hofften, im Sommer wieder in ihr frisch gemachtes Heim einzuziehen.

War wohl nichts – dank Google-Maps
Aber sie hatten ihre Rechnung ohne die Männer mit der Abrissbirne gemacht. Und ohne Google. Denn besagte Männer hatten nicht nur eines jener Dinger, auf denen sich normalerweise die nackelige Miley Cyrus räkelt, nein, sie hatten auch Google-Maps dabei.
Und machten sich ans Abrisswerk. Dumm nur: Das Haus, das sie flachlegten, hatte zwar die richtige Hausnummer, stand jedoch in der falschen Straße. Und sollte, wie gesagt, repariert werden.
Zur Erklärung tippten die Bauarbeiter dann mit schwieligen Fingern auf den Google-Maps-Eintrag. Danach waren sie tatsächlich der richtigen Ruine zu Leibe gerückt. Den vorliegenden Berichten zufolge hat Google gegenüber CNN Money eingeräumt, dass es in dem entsprechenden Bereich fehlerhafte Kartendaten gab. Inzwischen sei dieser Mangel behoben. Bleibt nur zu hoffen, dass die nächsten Tornados sich an die neuen Daten halten – von wegen Umgehung bewohnter Ortschaften und so.

Beispielbild © Wolfgang Jargstorff – Fotolia.com