Twiter Alternative

Reden mit dem Buhmann – Google & Journalisten

Twiter AlternativeOhne Suchmaschinen wie Google wäre das Internet nichts als ein undurchdringliches Gestrüpp einander widersprechender oder sich gegenseitig zitierender Informationsscherben. Etwas salopper ausgedrückt: Man könnte das Netz in die Tonne klopfen.

Dass Suchmaschinen durch ihre unverzichtbare Assistenz eine kaum überschaubare Machtposition haben, ist die andere Seite der Medaille. Und in Zeiten, in denen man gerne zugleich profitiert und demonstriert, gerät Google nicht erst seit heute in den Fokus der Kritik.
Mit seinen Angeboten wildert Google immer wieder in den Revieren etablierter Mitspieler und der Rechtsauffassung, auf der diese basieren. Im Dezember 2014 beispielsweise wurde Google News in Spanien abgeschaltet, weil sonst eine Gebühr an die Verleger fällig gewesen wäre.
Zur Zeit versucht das EU-Parlament, die nationalen Urheberrechte zu vereinheitlichen und aus der Gutenbergära ins Internet-Nun zu führen.

150 Millionen Euro aus dem Google-Säckel
Google macht in den nächsten drei Jahren 150 Millionen Euro zur Förderung des digitalen Journalismus locker. Außerdem zeigt der Multimilliarden-Konzern, dass die virtuelle Ära auch ihre sympathischen Seiten haben kann – wenn das Verhältnis zur Medienbranche, gelinde gesagt, mies ist, holt man nicht den Knüppel raus, sondern lädt zu einem Tässchen Tee ein.

Die Einladung läuft unter der Bezeichnung „Digital News Initiative“ und hat schon acht Printmedien auf der Tanzkarte, darunter den britischen „Guardian“ und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Zeit“ aus Deutschland. Also wahre Schwergewichte des seriösen Printjournalismus, die die Fühler auch schon ins Netz gesteckt haben. Drei internationale Journalistenverbände sind mit von der Partie.
Die Initiative ist für andere Medien offen, der Innovationsfond wendet sich auch an Start-ups oder pure Online-Medien.

Die Zukunft gestalten
Im Kern geht es immer wieder um die Nutzung von Verlagsinhalten im Internet. Dass hier Klärungsbedarf besteht, räumt auch das Google-Management ein. Die VG Media – zu der weder die „Frankfurter“ noch die „Zeit“ gehören – macht Forderungen gegenüber Google geltend, bei denen es um die Nutzung von Textfragmenten, sogenannten Snippets, in der Anzeige von Google News geht – handelt es sich doch um die Nutzung fremder Inhalte.

Der US-Konzern, der in Frankreich schon ein ähnliches 60 Millionen Euro schweres Programm auflegte, will sich in Zukunft auch der Forschung zu Crowdsourcing und neuen Tendenzen in der Mediennutzung widmen.